Wohin steuert das GmodG?
Status (Stand 12.05.2026): beschlossen.
1. Ausstiegsdatum gestrichen
Neu:
Das Ausstiegsdatum für die Nutzung fossiler Heizungen wurde gestrichen. (vorher: Enddatum 31.12.2044)
Folgen für Betreiber:innen?
Technologieoffenheit langfristig. Weniger Planbarkeit und
Orientierung für Heizungshersteller und Eigentümer:innen.
Folgen für Energiewende?
Klimaziele gefährdet. Ausstieg aus der fossilen Wärmeversorgung nicht garantiert.
2. Alle Heizungen dürfen laufen
Neu:
Kein verpflichtender Einbau einer neuen Heizung, die mindestens 65 % erneuerbare Energien verwendet. Das Betriebsverbot für 30 Jahre alte Gas- und Ölheizungen, die nicht auf Niedertemperatur- oder Brenwerttechnik basieren, entfällt.
Folgen für Betreiber:innen?
Weniger Druck zum Heizungstausch aber Gefahr einer Kostenfalle: Wer heute eine neue, günstigere Gas- oder Ölheizung einbaut, geht ein erhebliches Risiko ein, da die laufenden Kosten in Zukunft drastisch steigen werden (CO₂-Preis, Netzkosten, Krisen oder Schocks). Mieter:innen werden besonders betroffen sein.
Folgen für Energiewende?
Mehr CO2-Emissionen. Werden 2026 neue Gas- und Ölheizungen verbaut, laufen diese auch in 20 – 30 Jahren noch. Dazu kommt: Je später fossile Heizungen ausgetauscht werden, desto größer ist die gesamte Menge CO₂, die über Jahre im Gebäudesektor entsteht und den Klimawandel vorantreibt.
3. Pflicht zur „Biotreppe“
Neu:
Bestehende Öl- und Gasheizungen sollen stattdessen zunehmend mit klimaneutralen Bio-Brennstoffen betrieben werden. Ab 2029 müssen 10 % Bio-Brennstoffen verwendet werden, ab 2035 mindestens 30 % und ab 2040 mindestens 60 %. Zu Brennstoffen zählt Biomethan, biogenes Flüssiggas, HVO-Diesel, Wasserstoff oder synthetische Energieträger. Was ab 2040 geschehen soll, lässt der Gesetzesentwurf offen.
Folgen für Betreiber:innen?
Hohe Heizkosten. Auch mit der Bio-Treppe wird Heizen teurer. Zwar entfällt der CO₂-Preis auf den Anteil CO₂-neutraler Brennstoffe, jedoch sind Bio-Brennstoffe deutlich teurer als fossile Varianten. Auch sind die notwendigen Mengen nicht verfügbar, was den Preis zusätzlich in die Höhe treibt. Hohe Herstellungskosten und geringe Verfügbarkeit gibt es auch bei synthetischen Energieträgern. Zwar müssen Vermieter:innen 50 % der Mehrkosten der Biotreppe übernehmen, teurer wird Heizen dennoch.
Folgen für Energiewende?
Wärmewende-Erfolg ungewiss. Die Regierung will spätestens 2045 klimaneutral sein. Wenn bis 2040 nur 60 % CO₂-neutral geheizt wird, muss in 5 Jahren die restliche 40 %-Steigerung erfolgen. Außerdem sind Bio-Brennstoffe gar nicht CO₂-neutral: Beim Anbau wird Lachgas (N₂O) freigesetzt, das bis 300-mal klimaschädlicher ist als CO₂. Bei der Produktion entstehen Methanlecks, Methan ist kurzfristig 80 mal schädlicher ist als CO₂. Die Flächennutzung konkurriert zudem mit dem Nahrungsmittelanbau.
4. Solarthermie
Neu:
Neben der Nutzung von Bioenergie kann eine Gas- oder Ölheizung auch bis zu 15 % durch Solarthermie ersetzt werden, um die Biotreppen-Vorgaben zu erfüllen. Die Wirkleistung der Solarthermischen Anlage wird nach der Kollektorfläche auf dem Dach bemessung (anstelle z. B. des Bruttowärmeertrags der Anlage).
Folgen für Betreiber:innen?
Günstigere Alternative. Für Betreiber:innen bietet die Solarthermie eine günstigere Alternative zu Bio-Brennstoffen. Allerdings benachteiligt die Flächenbemessung teurere, hocheffiziente Solarthermieanlagen. Die Deckelung auf 15 % verhindert zudem, dass höhere Wärmeversorgungsanteile mittels Solarthermie realisiert werden.
Folgen für Energiewende?
Ressourcenschonung. Wenn Eigentümer:innen die Bio-Treppe mittels Solarthermie erfüllen, werden weniger Bio-Brennstoffe benötigt. Allerdings wird gerade in kalten Wintermonaten vermehrt auf fossile Kraftstoffe zurückgegriffen werden müssen.