Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, hat mit dem Projekt PVLOTSE dazu beigetragen, Betreiber:innen von PV-Anlagen mehr Informationen zum Weiterbetrieb von Ü20-Anlagen zur Verfügung zu stellen. Das Projekt lief von 2019 bis Ende Februar 2024, das Projekt wurde vom Umweltbundesamtes (UBA) gefördert.

Die Projektumsetzung

Im Rahmen des Projektes wurde hauptsächlich Öffentlichkeitsarbeit rund um den Weiterbetrieb von Ü20-Anlagen sowie im 2. Projektteil dann auch zu Steckersolargeräten und Solarpflichten angeboten. Die verschiedenen Möglichkeiten des Weiterbetriebs wurden identifiziert, Musterberechnungen und Checklisten dafür erstellt. Betroffene und interessierte Anlagenbetreiber konnten online wie offline Vorträge besuchen, sie konnten sich über eine eigene Telefonhotline und E-Mail-Adresse zum Weiterbetrieb informieren oder auch direkt ihre individuellen Fragen dazu beantworten lassen.

Der Hintergrund

Während heute die Möglichkeiten des Weiterbetrieb bei Betreibern, Energieagenturen und Installationsbetrieben weitgehend bekannt sind, war die Situation zu Projektbeginn eine andere: 2019 gab es noch keine explizite Weiterbetriebsregelung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), daher bestand eine Unsicherheit, ob der Weiterbetrieb überhaupt zulässig sei. Ein umfangreiches Gutachten, federführend vom SFV mit Unterstützung der DGS und der Berliner Rechtsanwaltskanzlei GGSC erstellt, arbeitete hier die Grundlagen heraus, bevor im EEG 2021 der Weiterbetrieb klargestellt wurde. Den PV-Altanlagen wurde damit nach 20 Jahren plus Inbetriebnahmejahr eine befristete Weitervergütung in Höhe des Marktwert Solar (siehe auch S.14) zugesichert

Die Perspektive

Der Weiterbetrieb von Ü20-Anlagen ist immer zum nahenden Jahresende ein Thema. Und das für immer mehr Betreiber: Ende 2021 waren knapp 24.000 PV-Anlagen betroffen, Ende dieses Jahres 2025 werden es 67.000 sein. Und die Betreiber müssen sich jeweils individuelle Gedanken machen, denn der „einfache“ Weiterbetrieb mit Marktwert braucht zwar keine Aktion des Betreibers, sondern startet automatisch zum Ende der Vergütungszeit. Doch wirtschaftlicher können andere Varianten, die teils Investitionen und Umbauen vom Elektriker benötigen, lukrativer sein. Jenseits der persönlichen Vorteile des Weiterbetriebs der eigenen PV-Anlage nach über 20 Jahren ist auch ein handfester Vorteil für die Gesellschaft damit verbunden: Ressourcen werden länger genutzt und das Ziel der vollständigen Umstellung auf Erneuerbare Energien kann schneller erreicht werden. Jede kleine PV-Anlage, die nicht nur 20, sondern 25, 30 oder mehr Jahre auf dem Dach Strom erzeugt, trägt dazu ihren Teil bei.

Die im Projekt PVLOTSE erarbeiteten Informationen wurden inzwischen von einer separaten Domain in die Informationsseiten der DGS integriert (Link unten). Sie werden von der DGS weiterhin gepflegt und auch der Ü20-Rechner bleibt online weiterhin verfügbar und kann anmelde- und kostenfrei gern genutzt werden.  

Tipp: Ü20 Rechner

Ü20-Rechner für Anlagenbetreiber: 
www.pv-now-easy-ue20.de/pvnow-easy-ue20

Link zu Informationsseite der DGS zu Ü20-Anlagen: 
www.dgs.de/projekte/pvlotse/ue20-anlagen/

Weitere Informationen aus dem Ü20-Solarbrief-Magazin